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DFH-Fonds 64 ist pleite – Anlegern drohen hohe Verluste

Nach aktuellen Medienberichten droht dem geschlossenen Immobilienfonds DFH Fonds 64 Central Park Frankfurt am Main die Insolvenz. Das von der Geschäftsführung des Fonds entwickelte Sanierungskonzept hat bei den Gläubigerbanken keine Zustimmung gefunden. Nun sollen am 9. Mai die rund 2400 Fondsanleger über das weitere Schicksal ihrer Beteiligung entscheiden.

 

Der DFH Fonds 64 wurde 2003 aufgelegt. Bei ihm beteiligten sich rund 2400 Anleger, die in die Vermietung und Verpachtung von drei Büroimmobilien in Frankfurt am Main investieren wollten. Der Hauptmieter des Bürokomplexes, die Deutsche Bank AG, sicherte den Fondsanlegern die Mieteinnahmen und garantierte die prognostizierten Renditen. Bis vor zwei Jahren lief alles nach Plan.

2011 wurden jedoch die Gewinnausschüttungen plötzlich gestoppt. Der Grund dafür war, dass die Gläubigerbanken eine Sondertilgung und weitere Sicherheiten forderten. Einem der Mieter, IBM, wurde von dem Fonds eine Sonderkündigungsfrist eingeräumt und ein geringerer Mietpreis abverlangt. Die Banken sahen in den deutlich unter den prognostizierten Erwartungen liegenden Einnahmen eine Gefährdung für die Finanzierung. Da nur ein Teil der Sondertilgung realisiert werden konnte, droht dem Fonds nun die Insolvenz.

Zwischen den Gläubigerbanken und der Geschäftsführung des Fonds wurde eine Rückführungs- und Abwicklungsvereinbarung geschlossen, die nunmehr der Zustimmung der Anleger bedarf. Diese sieht vor, das Fondsobjekt bis Ende 2012 zu veräußern oder zwischenzeitlich an IBM zu vermieten. Weiter sollen 60 % der an die Anleger gezahlten Ausschüttungen zurückgeführt werden.

Die Fondsanleger stehen nun vor einer sehr schwierigen Entscheidung. Stimmen sie für die Vereinbarung, müssen sie 60 % der Ausschüttungen zurückzahlen. Stimmen sie dagegen, droht dem Fonds die Insolvenz, im Zuge deren sie bis zu 75 % ihrer investierten Einlagen verlieren könnten.

Betroffene DFH 64 Fonds Anleger müssen nun aktiv werden und sich fachkundig beraten lassen. Möglicherweise bestehen Schadensersatzansprüche gegen die beratende Bank oder die Initiatoren des Fonds. Diese können sich aus einer fehlerhaften Beratung bei der Fondsvermittlung oder aus den Grundsätzen der Prospekthaftung ergeben. Nach der aktuellen Rechtssprechung muss die Bank beim Verkauf von Fonds den Anleger über die versteckten Innenprovisionen aufklären. Tut sie es nicht, so kann der Anleger verlangen so gestellt zu werden, als ob er die Beteiligung nie abgeschlossen hätte.

 

Betroffene Anleger sollte sich zeitnah informieren.

 

Prof. Dr. Thieler - Prof. Dr. Böh - Thieler - Seitz

Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Stefan A. Seitz

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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