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Wirtschaftprüfer eines Medienfonds zu Schadensersatz verurteilt - Urteil des OLG München (2006)

Anleger eines Filmfonds bekommt Schadensersatz zugesprochen

Augsburg, den 28.07.2006 - Das Oberlandesgericht München hat ein wichtiges Urteil für Anleger von Filmfonds gefällt.

Das Gericht verurteilte die Münchner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Contor GmbH zum Schadensersatz an einen geschädigten Anleger der Cinerenta Filmfonds II und IV .

Die Contor GmbH hatte bei den Cinerenta-Medienfonds II, III und IV sowohl als Mittelverwendungskontrolleurin als auch als Treuhänderin fungiert.

Der Kläger hatte sich 1998 und 1999 mit einer Kommanditeinlage in Höhe von insgesamt 100.000 DM an dem Münchner Filmfonds Cinerenta II und im Jahr 2000 an dem Filmfonds Cinerenta IV in Höhe von 25.000 DM als Kommanditist beteiligt.

Der Fonds Cinerenta II sollte - ebenso wie der weitere Fonds Cinerenta III - über eine Erlösausfallversicherung abgesichert sein.

Diese sollten für den Fall, dass sich die Filme zu Flops entwickeln würden, den Erlösausfall leisten, so dass auf diese Weise ein Großteil der Nettoproduktionskosten abgesichert und das Verlustrisiko des Anlegers begrenzt sein sollte.

Beim Nachfolgefonds Cinerenta IV sollten Garantien als Absicherungsmechanismus dienen.

Die Absicherung der Fonds über eine Erlösausfallversicherung beziehungsweise über Garantien war für die Anleger das entscheidende Kriterium, sich an den Filmfonds überhaupt zu beteiligen.

Erlösausfallversicherer war nur eine Briefkastenfirma in Panama.

Im Jahre 2002 stellte sich aber heraus, dass die Fondsgesellschaft eine Erlösausfallversicherung mit Sitz in Panama ausgewählt hatte, die sich als reine Briefkastenfirma entpuppte und mittlerweile insolvent ist.

Der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Contor GmbH wird vorgeworfen, ihre vertraglichen Pflichten als Mittelverwendungskontrolleur und Treuhänder verletzt zu haben, weil sie die Versicherung nicht ausreichend überprüft hatte, bevor sie die Anlegergelder freigab.

Zudem sei das Risiko der Erlösausfallversicherung nicht ausreichend im Prospekt dargelegt.

Nach Auffassung des Gerichts hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorvertragliche Aufklärungs- und Informationspflichten verletzt, da sie es als im Prospekt erwähnte Treuhänderin und Mittelverwendungskontrolleurin versäumt habe, die Anleger davon in Kenntnis zu setzen, dass es sich bloß um eine rein formale Mittelfreigabekontrolle handele und gerade nicht die wirtschaftliche Absicherung überprüft würde.

 

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