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Die Rentenarten

In Deutschland gibt es drei verschiedene Rentenarten:

·    Renten wegen Alters
·    Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
·    Renten wegen Todes

Die Altersrente ist die häufigste Form der Rente und wird in der Regel ab dem 65. Lebensjahr gezahlt. Man spricht von der so genannten Regelaltersrente, die neben der Vollendung des 65. Lebensjahres auch noch voraussetzt, dass der Rentenberechtigte fünf Jahre Wartezeit abgeleistet hat.

Neben der Regelaltersrente gibt es auch noch die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit und die Altersrente nach Altersteilzeit. Arbeitslose und Arbeitnehmer in Altersteilzeit konnten bis Januar 2006 unter diesen bestimmten Voraussetzungen bereits mit 60 Jahren in Rente gehen:

·    Vollendung des 60. Lebensjahres,
·    Arbeitslosigkeit bei Rentenbeginn und Arbeitslosigkeit nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten für mindestens 52 Wochen (am Stück oder in mehreren Intervallen),
·    mindestens 8 Jahre Pflichtbeitragszahlung innerhalb der letzten 10 Jahre vor Rentenbeginn für eine versicherte Beschäftigung,
·    Einzahlung länger in die gesetzliche Rentenversicherung für mindestens 15 Jahre und Einhaltung bestimmter Hinzuverdienstgrenzen vor Erreichen des 65. Lebensjahres.

Ihnen wurde aber die Rente um bis zu 18 % gekürzt.

Seit Anfang 2006 wird nun aber für diese Altersrenten die Altersgrenze in Monatsschritten auf das 63. Lebensjahr angehoben. Betroffen sind die Arbeitnehmer, die zwischen Januar 1946 und Dezember 1948 geboren sind. Im Januar 1946 Geborene können diese Altersrente frühestens mit 60 Jahren und einem Monat beziehen. Wer zwischen Dezember 1948 und 1951 geboren wurde, kann erst mit 63 Jahren eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit in Anspruch nehmen.
Sie müssen dann noch Abschläge in Höhe von 7,2 Prozent hinnehmen. Für noch jüngere Arbeitnehmer gibt es diese Altersrentenart nicht mehr. Sie können grundsätzlich erst ab dem 65. Lebensjahr in den Ruhestand gehen, auch wenn sie arbeitslos sind.

Zu beachten ist, dass diese Änderung nicht für nach 1945 geborene Versicherte gilt,

·    die bereits bis Ende 2003 mit ihrem Arbeitgeber verbindlich das Ende ihres Arbeitsverhältnisses festgelegt hatten oder
·    deren Arbeitsverhältnis vor dem 1.1.2004 bereits gekündigt war oder
·    die am 1.1.2004 arbeitslos waren.

Die weiteren Voraussetzungen für die seit 2006 geltende Altersteilzeit sind:

·    die Vollendung des 55. Lebensjahres (für ArbeitnehmerInnen zwischen dem 55. und 60. Lebensjahres ist der Anspruch auf Altersteilzeit als Kann-Bestimmung geregelt. Für Beschäftigte, die das 60. Lebensjahr vollendet haben und die übrigen Voraussetzungen erfüllen, besteht ein Rechtsanspruch) und
·    eine vollendete Beschäftigungszeit von 5 Jahren und innerhalb der letzten fünf Jahre vor Beginn der Altersteilzeit mindestens 1080 Kalendertage versicherungspflichtige Beschäftigung.

Das Altersteilzeitverhältnis darf nach Maßgabe des Finanzministeriums höchstens 6 Jahre (wegen Erstattung durch das Arbeitsamt) in Anspruch genommen werden. Es soll mindestens 2 Jahre bestehen, da dies Voraussetzung für die Rente nach Altersteilzeit ist. Diese Rente kann mit 60 Jahren in Anspruch genommen werden, es sind aber Rentenabschläge in Kauf zu nehmen. Bei allen ArbeitnehmerInnen, die eine ungekürzte Rente wegen Alters beanspruchen, kann die Dauer der Altersteilzeit auch geringer als zwei Jahre sein, mindestens jedoch 1 Jahr.

Neben der Rente wegen Arbeitslosigkeit und der Altersrente nach Altersteilzeit gibt es noch die Rente wegen voller Erwerbsminderung, die die bis zum 01.01.2001 geltende Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Knappschaftsversicherung ersetzte.
Die Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung und Knappschaftsversicherung auf Antrag (Rentenantrag), wenn sie

·    voll erwerbsgemindert sind,
·    die Wartezeit von fünf Jahren mit Beitragszeiten erfüllt haben und
·    in den letzten fünf Jahren vor dem Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre lang Pflichtbeiträge für eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit entrichtet haben.

Diese Voraussetzungen werden ausnahmsweise nicht gefordert, wenn teilweise oder volle Erwerbsminderung beispielsweise infolge eines Arbeitsunfalls, einer Wehrdienstbeschädigung (Wehrdienst, soziale Sicherung) oder volle Erwerbsminderung innerhalb von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung eingetreten ist. Unter den gleichen Voraussetzungen haben Versicherte Anspruch auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, wenn sie teilweise erwerbsgemindert sind. Diese teilweise Erwerbsminderung ist gegeben, wenn der Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung auf unabsehbare Zeit außer Stande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.
Ist aber eine Beschäftigung im Umfang von mindestens drei, aber nur unter sechs Stunden pro Tag möglich, so liegt teilweise Erwerbsminderung vor. Bei einem Leistungsvermögen von mindestens sechs Stunden täglich ergibt sich keine rentenrechtlich relevante Erwerbsminderung.